„Verkehrsversuch“ Bochum-Linden – erste Bürgerbeteiligung erfolgreich!

Der Verkehrsversuch in Bochum-Linden ist ein Streitpunkt geworden. Die Bürger streiten mit den Lokalpolitikern und machen ihrem Ärger Luft. Durch die bisher unzureichende Beteiligung, streiten nun auch die Bürger untereinander über die Nutzung der Straße, da der „Verkehrsversuch“ nicht einvernehmlich umgesetzt wurden.

Am 28. und 30. Mai 2026 hat der Stadtverband Bochum dieBasis mit Info-Ständen eine erste Bürgerbeteiligung durchgeführt. Die offene Frage war, ob der Verkehrsversuch gescheitert oder sinnvoll ist. Die Bilder der jeweiligen offenen Abstimmungen sprechen hier zur Meinung der Bürger eine klare Sprache. Die Mehrheit lehnt offenbar die Umsetzung der „Versuchsmaßnahmen“ vorerst ab. Teilweise sogar sehr energisch.

In Gesprächen mit Vertretern der Werbegemeinschaft Bochum-Linden, wurde deutlich, dass die Maßnahmen des „Verkehrsversuches“ von auch von der Seite mehrheitlich abgelehnt werden. Die angekündigte Evaluation der Maßnahmen durch die Hochschule Bochum betrachtet in keiner Weise die ökonomischen Auswirkungen auf die Händlerschaft.

Bürger-Ideen

In den offenen Gesprächen mit den Bürgern wurden zahlreiche Ideen genannt, die wir hier gerne dokumentieren. Es ist damit kein Anspruch auf Vollständigkeit gegeben sondern ein Beitrag zur dringend notwendigen demokratischen Meinungs- und Entscheidungsfindung.

Genannt wurden folgende Maßnahmen-Vorschläge:

  1. RadwegeMarkierungen auf dem kombinierten Rad-/Fußweg erneuern.
  2. Hinweisschilder für die Radfahrer aufstellen : „Bitte langsam und rücksichtsvoll fahren“.
  3. Den Radweg unterbrechen, Radfahrer müssen 200m schieben.
  4. Einen zusätzlichen Zebrastreifen zwischen den Ampeln anbringen, damit die Menschen die Straße gefahrlos überqueren können; mit Erhalt der 30 km/h Regelung erfolgt eine bedarfsgerechte Beruhigung des Verkehrs.
  5. Anwohner- und Parkplätze für die Geschäftskunden entlang der Hattinger Straße errichten / keine weitere Reduzierung der öffentlichen Parkplätze
  6. Parkplätze ohne Gebühren schaffen/erhalten.
  7. schnellfahrende E-Scooter sind auch oft ein Problem auf den Radwegen, dafür muss eine Lösung gefunden werden.
  8. Einbahnstraßensystem auf der Hattinger Straße in Kombination mit anderen Straßen.
  9. Radleitsystem für Radfahrer, die schneller fahren möchten, werden über die Lindener Straße umgeleitet.

Folgende Probleme wurde von den Bürgern gesehen:

  1. Der Straßenraum ist für die zusätzliche Nutzung durch die Radfahrer zu eng, zu gefährlich.
  2. Unangepasst, zu schnell fahrende Radfahrer sind auf dem kombinierten Rad-/Fußweg unangenehm, für ältere Menschen eine Gefährdung.
  3. Radfahrer, die auf der Hattinger Straße fahren, geraten beim Sturz in den fließenden Verkehr (aus PKW, LKW, Bussen, Straßenbahn). Dadurch wird die Gefährdung der Radfahrer wesentlich erhöht!
  4. Wie sollen Kinder allein bzw. wie soll eine Familie/Elternteil mit ihrem Kind sicher in Linden mit dem Rad unterwegs sein? Bis zum Alter von acht Jahren müssen Kinder auf dem Bürgersteig fahren.
  5. Es besteht ein offensichtlicher Mangel an Parkplätzen in angemessener Nähe zu den Geschäften. Die Parkplatzreduzierung Am Poter um rd. 44 Plätze macht sich negativ bemerkbar. Parkdruck besteht auch bspw. auch auf dem Platz vor der Turnhalle

Eine Straße, viele Nutzer, ein Miteinander.

In den Gesprächen wurde aber vor allem deutlich, dass alle an einer passenden Lösung interessiert sind, die Fußgänger, Radfahrer und den Straßenverkehr gerecht werden kann. Die Schließung der Hattinger Straße für den Autoverkehr, wie es grundsätzlich die Stadt als Ziel verfolgt, wurde kaum als Perspektive von den Bürgern genannt.